Tageblog 31. Juli 2016

31. Juli 1944 der französische Schriftsteller Antoine de Exupéry startet zu einem Aufklärungsflug von Korsika aus Richtung Mittelmeer, von dem er nie zurückkehrt

 

letzter flug

immer und schwer zieht es mich zum himmel
ich fühle mich grenzenlos getragen
schnell und schwerelos auf meinem schimmel
kann ich meinen gedanken hinterher jagen
leicht ziehe ich bahnen durch das sternengewimmel
einzig der abstand zu dir ist zu beklagen
leben sinn und tod sind so nah
in der luft sehe ich glasklar

Tageblog 30. Juli 2016

30. Juli 1955 Verbot des DFB Frauenfußballvereine oder Frauenfußballabteilungen zu gründen

Die Begründung dafür war unter anderem darin zu finden:

„Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut, Körper und Seele erleiden unweigerlich Schaden und das Zurschaustellen des Körpers verletzt Schicklichkeit und Anstand.“

Es geht  nicht um das Spiel, sondern um Erwartungen, die man an die Frauen und die Weiblichkeit stellt. Mit meinen Worten:

„Im Kampf um den von Frauen gespielten Ball erleiden die Männer  Schaden. Erfolgt die Zurschaustellung des weiblichen Körpers mit Schicklichkeit und Anmut, ist das Balsam für Körper und Seele der geplagten Männer.“ Entspricht es nicht ihren Vorstellungen, ist es schädlich. Warum muss Frauenfußball Männererwartungen erfüllen?

Siehe Sepp Blatter, der 2004 den Vorschlag machte, die Trikots der Frauen etwas femininer zu gestalten, um so Sponsoren aus der Kosmetikindustie und der Modebranche  anzulocken.

30. Juli 1966 Deutschland verliert 4:2 das Endspiel der Fußball WM gegen England. Berühmt geworden ist dieses Finale durch das sogenannte „Wembley“-Tor, bei dem der Ball des 3:2 nicht eindeutig im Tor war, aber doch als solches gewertet wurde.

Da geht es ja echt um Fußball. In den 1990er Jahren haben Ingenieure der Universität Oxford eine Studie erarbeitet, bei der nachgewiesen wurde, dass der Ball nicht im Tor war. Außerdem wurden 2006 Ergebnisse der Untersuchung des 35mm Films, der das Tor seinerzeit aufnahm, veröffentlicht, aus denen ebenfalls hervorgeht, dass der Ball die Torlinie nicht überschritten hat. Dieses Trauma, das bis heute nicht hundertprozentig verarbeitet ist, beweist, im Spiel um den Ball erleiden auch die Männer unweigerlich Schaden. In dem Fall an der Seele. Oder auch z.B. Neymar, bei der WM 2014 in Brasilien, an Körper. Mit Anstand geht es bei weitem auch nicht immer zu.

Tageblog 29. Juli 2016

29. Juli 1954 erscheint der erste Band der Romantrilogie „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien in Großbritanien

 

Faramir und Arwen spielen im Garten. Gloin, der Sohn der Nachbarn ist auch dabei. Seit wir in der Elbenkolonie wohnen fühlt sich das Leben anders an. Wir wohnen jetzt in Häusern, die den Hobbithöhlen ähneln. Alles rund und aus Holz. Wir hätten auch unter den Berg ziehen können in die Zwergenwelt. Das wäre wesentlich billiger gewesen, aber für die Kinder ist die Hobbibehausung mit einem richtigen eigenen Garten das Beste. Wir haben das aber nur mit Sondergehnehmigung durchgestzt, weil im Elbenland eigentlich auch nur Elbenbehausungen gebaut werden dürfen. Aber weil wir uns quasi auf der Grenze zwischen Auenland und Elbenviertel  angesiedelt haben, dürfen wir bleiben. Morgen ist es wieder soweit. Gandalf wird erwartet zu den großen Feierlichkeiten zu dem Geburtstag von Bilbo Beutlin. Diesmal soll es eine riesige Lasershow geben, die sogenannten Auenland Lichter und ich habe gehört das Elbenballett soll auftretten. Dann kommen wieder ganz viele Orks hierher, denn seit sie die Security bilden, sind sie bei jedem Event dabei und sorgen für Sicherheit. Manchmal schlägt die Erinnerung an ihre frühere Bestimmumg noch durch, dann töten sie auch. Aber eigentlich kommt das sehr selten vor und es trifft auch nur Fremde. Seit ich denken kann wohne ich in Mittelerde und fühle mich, seit der Ring wieder in das Feuer von Mordor zurückgeworfen wurde, sicher.

 

 

Tageblog 28. Juli 2016

am 28. Juli 2013 gewinnt die deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen bei der EM in Schweden den Titel

 

Welch ein Ereignis? Fußball Europameister! Was die Männer dieses Jahr gerne gehabt hätten, haben die Frauen schon 8 mal geschafft, 6 mal in Folge. Wen interessiert’s? Kaum jemanden. Frauen in Zusammenhang mit Fußball sind vor allen Dingen als Spielerfrauen und sexy Fans in den Fußballstadien interessant.
Was die Höhe der Geldprämien anbelangt, ist es wie in vielen Bereichen. Weniger Lohn für die gleiche Arbeit. Die Herren haben sich mit dem Einzug in das Halbfinale 2016 jeder 100.000 € verdient, die Frauen bekamen für den Titelgewinn 2013 jede 22.500 €. Immerhin besser als das Kaffeeservice, dass die Trainerin, 1989 noch als Spielerin, für den ersten EM-Titel bekam. Von einem Werkzeugkoffer als Prämie für EM Spieler in früheren Zeiten habe ich nie etwas gelesen. Darum: Watch out for Equal Pay Day. Kritiker der Kampagne geben gerne zu bedenken, dass Frauen schlechter bezahlt werden, weil sie in Jobs mit niedrigerem Lohnniveau arbeiten, und nicht weil für die gleiche Arbeit weniger bezahlt wird. Erstens, warum ist das überhaupt so, und zweitens in diesem Fall geht es doch um gleiche Arbeit, die ungleich entlohnt wird. Die Regeln sind doch die gleichen, oder spielen die Frauen auf einem kleineren Feld oder in weniger als 90 Minuten? Klar, Augen auf bei der Berufswahl und nach wie vor gilt: Frauen und Fußball ist keine glückliche Kombination. Außer s.o. Um ein ganz aktuelles Beispiel anzuführen: Eine Frau ! wagt es 2016 bei der Fußball EM zwei Fußballspiele der Männer zu kommentieren. Das es ein Wagnis war, hat sich erst währenddessen herausgestellt. Zuviel für alle ewig Gestrigen. In den sozialen Netzwerken werden kübelweise Fäkalien, Beschimpfungen und weitaus Schlimmeres über die Kommentatorin und das ZDF ausgeschüttet. Zusammenfassend kann man sagen: Den Zuhörern war übel, die Frau gehört in die Küche und ordentlich gefickt.
Da ich aus verschiedenen Gründen weder zur Fußballspielerin noch zur Spielerfrau tauge und mich auch nicht als Pionierin auf dem Feld des weiblichen Fußballspiel – Kommentars sehe, habe ich umgesattelt. Bis in’s hohe Alter verspricht < der Rücken der Pferde das Glück dieser Erde >. Die Reiterinnen sind neben ihren Kollegen gleich hoch geschätzt. Oder liegt es doch am Outfit der Reiterinnen, das mir den Sport so attraktiv erscheinen lässt? Tailliertes Jacket und eng anliegende Hose machen schon was daher. Würden die Fußballspielerinnen auch mal die Trikotfrage überdenken, da ginge bestimmt noch was. Auch mit Akzeptanz.

Tageblog 26. Juli 2016

26. Juli 1956 sinkt die „Andrea Doria“, nachdem sie 11 Stunden vorher mit dem schwedischen Passagierschiff „Stockholm“ vor der Küste von Nantucket kollidiert war

 

„Alles klar auf der Andrea Doria“¹

bis

um 23:10 Uhr am 25. Juli 1956

 

Betsy, Martha und Ann haben schon ihre Koffer gepackt und sitzen noch zu einem letzten Glas Sherry in einer der Bars auf dem 1. Klasse Deck. Während ihre Männer sich zum rauchen in den Salon zurückgezogen haben, hat sich der Kapitän zu den Damen gesellt und hört sich an, was am morgigennTag, nachdem sie in New York angekommen sind, noch auf dem Programm steht. Betsy kehrt nach einem längeren Aufenthalt in Frankreich wieder nach New York zurück, um hier ein Engagement am Theater anzunehmen. Ann, die mit ihren Mann, dem Bürgermeister von Philadelphia auf Urlaub in Italien war, wird noch einen Abstecher bei ihrer Schwester in Atlantic City machen, bevor sie wieder in das etwas langweile Leben an der Seite ihres Gatten zurückkehrt. Martha, die mit ihrem Mann bei ihrer Familie in Schweden war, wird, wenn sie wieder zu Hause angekommen ist, ein Studium der Psychologie aufnehmen. Sowohl die Ärzte in New York als auch in Europa haben ihr bestätigt, dass sie keine Kinder wird bekommen können. Der Kapitän selbst wird sich einige Zeit in New York aufhalten, bis er als Passagier wieder nach Italien zurückreist. Die Stimmung ist ausgelassen. Die Frauen wollen nicht schlafen, sondern die letzte Nacht an Bord ausgiebig geniessen. Sie entschliessen sich noch zu einem letzten Bad im Schwimmbecken auf dem Oberdeck. Der Kapitän weist sein Personal an, darauf zu achten, dass es den Damen an nichts fehlt. Während diese sich zu ihren Kabinen begeben, um sich ihr Badekostüm anzulegen, überbringt der Kapitän die Nachricht vom Ausflug der Frauen ihren Männern in den Salon. Martha ist als erste wieder an Deck und breitet ihr Handtuch auf dem Deckchair aus. Noch in den Bademantel gehüllt, fröstelt es sie. Sie kann sich gerade gar nicht vorstellen, den warmen Mantel abzulegen und in’s Wasser zu springen. Aber Ann und Betsy stecken sie an mit ihrem fröhlichen Gejauchze, sodass sie doch die schnelle Methode wählt und vom Beckenrand kopfüber in das kühle Wasser gleitet. Bei dem Kellner, der sich nach ihrem Befinden erkundigt, bestellen sie eine Flasche Champagner. Prustend und gickelnd ziehen sie ihre Bahnen und sind eigentlich froh, als der Champangner mit den drei Gläsern auf einem Tisch am Beckenrand serviert wird. Eingewickelt in Bademäntel und Decken liegen sie auf den Liegestühlen und prosten sich zu. Martha hat ihre Zigaretten in der Kabine vergessen. Soll sie jetzt den Kellner rufen? Sie beschliesst, selbst nach unten zu gehen und sich auch schon ein wenig umzuziehn, da es wirklich frisch ist. Leider sind keine Sterne am Himmel zu sehen, vielmehr fährt das Schiff schon seit geraumer Zeit durch Nebel. Eine unwirkliche Situation, wie in einem Wattebausch fährt die Andrea Doria durch die Nacht. Als Matha in ihrer Kabine ankommt, wird ihre Kabine durch den Bug der „Stockholm“ auseinandergeschnitten. Martha wird durch das Loch von dem eindringenden Wasser nach außen geschleudert. Sie ist sofort tot. Ihre Leiche versinkt im Meer und wird nie geborgen.

 

¹“Alles klar auf der Andrea Doria“, Schallplatte und Lied von Udo Lindenberg & dem Panikorchester von 1973

Tageblog 25. Juli 2016

25. Juli 1938  „Vierte Verordnung zum Reichbürgergesetz“ ordnet das Erlöschen der Approbation für alle jüdischen Ärzte zum 30. September 1938 an

 

die Vernichtung der beruflichen Existenz

ist damals wie heute

ein schwerer Verstoß gegen das

Menschenrecht

 

mit den Säuberungen in der Türkei

disqualifiziert

Recep Tayyip Erdogan

sein Land

als Mitglied im Europarat