Tageblog 11. Juli 2016

Weltbevölkerungstag international durch UN 1989 in’s Leben gerufen

Tag des Genozid in Sebrenica 11. Juli 1995

Naadam, Volksfest in Mongolei (bis 13. Juli)

 

Das Wetter ist perfekt. Die Sonne wärmt meinen Körper, meine Augen trinken aus dem Blau des Himmmels und ein ganz leichter Wind streichelt mein Gesicht und kühlt die Wangen. Vor Aufregung finden meine Füße nicht den Weg den sie gehen sollen. Beinahe wäre ich gestolpert. Das hätte die Disqualifikation bedeutet. Schon der Aufmarsch zu der Stelle, an der die Pfeile abgeschossen werden, gehört zum Wettkampf. Es dürfen nur erwachsene Frauen teilnehmen. Zu meinem Geburtstag habe ich die traditionelle Tracht geschenkt bekommen und wurde somit in den Kreis der Bogenschützinnen aufgenommen. Bis zum heutigen Tag habe ich an Kleid und Kopfbedeckung gearbeitet, um sie durch Perlen und Verzierungen noch schöner zu machen. Die Kordel um meinen linken Unterarm, die den Stoff eng an die Haut bindet, habe ich aus Seiden- und Goldfäden zusammengedreht. Das lässt den lang ausgestreckten Arm, der den Bogen hält, golden glänzen. Für den Wettbewerb umwickele ich die Griffmulde mit einem besonders schönen Stück Stoff, passend zu meinem Kleid. Die Geierfedern an den Pfeilen habe ich auch ausgesucht. Der Wind spielt mit einer Locke, die unter der Haube hervorlugt. Gleich bin ich am Abschusspunkt. Ich stelle mich auf die Markierung suche meine optimale Position Beine leicht auseinander Rücken gerade Kopf stolz ich hebe den Bogen mein Blick nimmt das Ziel auf ich setze den Pfeil an und ziehe die Sehne noch einmal alles überprüfen einatmen ausatmen ich lasse los der Pfeil trifft ich höre den Gesang der Richter. Ich habe noch 19 Schuss. Während ich den nächsten Pfeil nehme büchsen meine Augen aus und berauschen sich am Himmelblau. Ich schieße erneut und der Pfeil schnellt durch die Luft fliegt und wird getragen bis nach Sebrenica.

 

Es ist ein heißer Tag in Sebrenica. Der Himmel erscheint als blaues Dach von dem aus die Sonne unerbittlich ihre Strahlen aussendet. Der Boden um das weiße Haus ist rot gefärbt von Blut. Die Luft ist erfüllt von Hitze Schreien Gefechtsfeuer. Die Toten werden schnell verscharrt. Mehrere Tage dauert das Massaker. Nach über 20 Jahren gibt es immer noch keine gemeinsame Trauer.

 

Der Gesang holt mich zurück auf den Schiessstand. Ich treffe jeden Korb.

 

7 444 593 094
Aktuelle Bevölkerung am 11. Juli 2016 18:20:34

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.