Tageblog 31. August 2016

31. August 1961  die erste deutsche Langspielplatte mit 33 1/3 Umdrehungen in der Minute wird auf der Musik Messe in Düsseldorf (ausgerechnet) vorgestellt

 

Köln Concert

knistern
erste Liebe
Duft wabert
knistern
erste Platte Keith Jarrett The Köln Concert
Kerzenlicht  Hochbett
zum Glück Abspielautomatik
Schattenspiele
Liebesspiele
33 1/3  der erste Teil
vom Bett runtersteigen
Klo gehen
33 1/3 der zweite Teil
beim aufwachen
am 1. Dezember 1975
Schnee
mit der ersten frischen Liebe
und der ersten frischen Schallplatte
Frühstück
in WG-Küche
Schneemann bauen
wieder auf’s Hochbett
33 1/3 der 3. und 4. Teil
wir machen unser
Köln Concert

 

 

 

Tageblog 30. August 2016

30. August 1956  der Film Die Geierwally , nach dem Buch von Wilhelmine von Hillern, inszeniert von Franz Cap, mit Barbara Rütting in der Hauptrolle, hat in Düsseldorf Premiere

Die Geierwally war glücklich über ihr Schicksal. Wäre ihr Vater nicht so wütend auf sie gewesen, hätte er sie niemals auf die Hochalm geschickt. Hier hatte sie das Geierjunge aus dem Nest gerettet und hatte es dann großgezogen. Seitdem waren sie unzertrennlich. Sie kraxelte überall in den Bergen herum und auf den Spuren des Geiers kam sie an Stellen, an die sie von alleine nie hingekommen wäre. Sie hat angefangen Pflanzen und Steine zu sammeln. Die Steine, weil sie ihr gefallen, die Pflanzen, weil sie etwas über sie und ihre Wirkung herausfinden will. Sie notiert Aussehen, Farbe, Geruch und Geschmack. Eine Zeichnung fertigt sie auch an. Sie beobachtet ob sie bei der Einnahme der Pflanzen irgendwelche Symptome zeigt. Manches schmeckt ihr zu intensiv und macht die Zunge schwer. Sie überlegt ob sie nächste Woche hinunter in’s Tal geht, um die notwendigsten Sachen gegen ein paar von ihren Aufzeichnungen einzutauschen. Der Doktor interessiert sich dafür. Eine Pflanze muss sie für ihn auch sammeln, weil er aus ihren Bättern eine Salbe und einen Sud herstellt. Geierwally weiß, dass es einige wenige Pflanzen gibt, die aufgrund des Fehlens von Schmetterlingen, Bienen und Käfern zur Selbstbefruchtung übergegangen sind. Daran arbeitet sie jetzt auch. Selbstbefruchtung der Frau. Das ist doch mal ein Forschungsgebiet. Selbst steuern ob man fruchtbar und schwanger sein will. Ob einem  die Männer trotzdem fehlen? Immerzu muss sie an den Bärenjosef denken. Aber sie ist ja auch noch Lichtjahre von der Selbstbefruchtung entfernt. Sie wird nächste Woche erstmal hinunter gehen, auf dem Hof des Vaters nach dem Rechten schauen, dem Arzt seine Pflanzen bringen und den Bärenjosef besuchen. Solange sich bei ihr noch kein Wunder eingestellt hat, arbeitet sie mit dem Arzt zusammen an einer Pflanzenmischung, die, als Sud vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt,  empfängnisverhütend wirken soll. Der Bärenjosef ist ihre männliche Testperson. Bis jetzt ist es zu 90% gutgegangen. Die restlichen 10% sind als Fehlgeburt abgegangen. Also 100% keine Kinder. Schade ist es aber schon.

 

Tageblog 29. August 2016

29. August 2001     eine arbeitslose Frau gewinnt beim Mittwochslotto den bis dahin höchsten Jackpot von 20,2 Millionen D-Mark (10 Millionen Euro)

 

 

Monika steht in ihrer Wohnung telefoniert mit einem Maler- und Anstreicherunternehmen Ja wenn sie morgen um 10.00 Uhr hier sein können ist das perfekt. Alle Räume müssen in einer anderen Farbe gestrichen werden. Bringen sie alle Abtönfarben mit die Sie haben. Die Wohnung hat 78qm². In jedem Raum soll es noch ein umlaufendes Band geben, aber das habe ich hier. Sie müssen nur die Farbe mitbringen und Kleister.  Bis morgen, auf Wiederhören.  Monika guckt sich um. Die Wohnung ist leer. Nur in der Küche auf dem Boden steht der Korb mit den Banknoten. Die D-Mark Scheine sind einfach viel schöner als die Euro Scheine. Aber bald gibt es nur noch Euro. Sie hat Angst, dass sie vergisst wie die Scheine aussehen. Sie braucht eine Erinnerung an die D-Mark. Mit ihr hat sie ihr Glück gemacht. Morgen kommen die Anstreicher und tapezieren jedem Raum in einer
D-Mark-Schein Farbe und tapezieren ein paar Geldnoten an die Wand. Der Flur bekommt einen umlaufenden Streifen bläulichvioletter 10er Scheine in ca 1,50m Höhe. Carl Freidrich Gauß abwechselnd mit seinem Sextanten. Vincent hat sich für sein Zimmer den olivbraunen 50er Schein mit Balthasar Neumann ausgesucht. Er will später mal Architekt werden. Seine Schwester Jenny steht voll auf Clara Schumann und ihren Konzertflügel. Die rötlichblauen 100er sollen das Keybord einrahmen. Monika schwankt zwischen grünlichgelb der Bettina von Arnim auf dem 5er Schein und Annette von Droste-Hülshoff in Bläulichgrün auf dem 20er Schein. Sie hat sich für Bettina entschieden, Annette ziert das Bad, das direkt neben ihrem Zimmer liegt. So hat sie als schreibende Frau beide Kolleginnen ganz nah dabei. In der Küche gibt es in Rotpurpur Maria Sybille Merian mit ihrem Löwenzahn und der Raupe. Übergehend von der 500 in das Rotorange der 200er Scheine für das Eßzimmer. Paul Ehrlich und sein Miskroskop machen sich hier prima. Sie findet den 1000er fürs Wohnzimmer passend. Jeder sollte etwas vom Besten haben. Die rötlichbraune Farbe ist zwar dunkel, aber in ihrer Vorstellung könnte das Zimmer mit englischen Möbeln recht stilvoll aussehen.
Schon die dritte Wohnung die sie nach ihren Vorstellungen gestaltet hat. Bei der ersten war sie noch recht zurückhaltend gewesen. Da hatte eine Kunststudentin in jedem Zimmer auf die Wand ein berühmtes Bild der Kunstgeschichte gemalt – ein Matisse in der Küche, Seerosen im Schlafzimmer, Dürer im Bad und Mark Rothko im Arbeitszimmer… In der zweiten Wohnung wollte sie sich fühlen wie unter Wasser. Die ausschließlich blau gestrichenen Wände wechselten sich ab mit großen Aquarien. Auch in dieser Wohnung konnte sie es nicht so richtig aushalten. Wenn die D-Mark Bude fertig ist, wird sie in die Nähe von Sankt Petersburg fahren und sich die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers anschauen. Eine reizvolle Idee, jedes Zimmer in einer andersfarbigen Edelsteinverkleidung. Sie wählt die Nummer des Reisebüros.

 

 

Tageblog 28. August 2016

Blauschmuck  Debütroman von Katharina Winkler

vorgestellt auf dem Literaturfestival Literarische Quellen in Bad Oeynhausen am 27. August 2016

Schwer zu ertragen. Die Sprache mit einer poetischen Kraft, die bezwingt. Sie erklärt nichts und trifft einen mit voller Wucht. Die Sprache ist Essenz, kein Wort zuviel um das Unerklärliche sagbar zu machen. Katharina Winkler gelingt es, sich als Autorin so weit zurückzunehmen, dass die Geschichte, der ein Einzelschicksal zu Grunde liegt, existenziell über Liebe, Gewalt, Zerstörung und Hoffnung erzählt.

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Entnommen dem Programmheft Poetische Quellen Bad Oeynhausen 2016

Tageblog 27. August 2016

27. August 2016 Besuch im Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseum

 

Für Louise

Es  wird einmal gewesen sein. Es war einmal eine junge hübsche Literaturstudentin, die immer eine rote Kappe trug. Ihr Vater nannte sie zärtlich rote Abetare, die rote Belesene. Sie war die schönste Literaturstudentin unter der Sonne. Eines Tages lernte sie beim Blumen pflücken auf dem Weg zu ihrer Großmutter einen Jäger kennen und verliebte sich unsterblich in ihn. Aber ihrem Vater, der für seine Tochter einen Studenten wünschte, passte das gar nicht. Er fand den Jäger viel zu alt, denn er wünschte sich einen jungen, gutausehenden, knackigen Sportstudenten als Schwiegersohn, wie zum Beispiel Fabian Hambüchen, der ihm bei der Olympiade in Rio positiv aufgefallen war. Immerhin hatte er eine Goldmedaille gewonnen. Die fehlte dem Königshaus noch in seiner Vitrine. So gab es einen Brautwettbewerb. Es gab viele Bewerber, da die Braut so schön und klug war, dass jeder mit ihr liiert sein wollte. Da der Vater nicht dumm war und für seine Tochter nur das Beste wollte, sollte der Zukünftige nicht nur gut aussehen, sondern auch lebenstauglich sein.  Der Wettbewerb bestand aus drei Runden. In der Ersten mussten die Kandidaten für die schöne Abetare ein 10-Gänge Menü zubereiten. Nicht nur die Tochter, sondern auch die Hofköche prüften Geschmack und Qualität des Essens. Zum Glück hatte der Jäger vor seiner Jägerausbildung Koch gelernt. Sein Menü war mit Abstand das beste und schmackhafteste, sodass er als Sieger aus dieser Runde hervorging. In der zweiten Prüfung wurde das handwerkliche Geschick auf die Probe gestellt. Die Männer mussten einen Elektroherd anschließen, ein Dach neu decken, ein Fass Bier anschlagen und eine Hecke schneiden. Leider starb der Lieblingskandidat des Königs bei dem Versuch den Herd anzuschließen bei einem Stromschlag. Zum Glück lebte der Jäger in einem eigenen Haus mit Garten und die Arbeiten waren ihm alle vetraut. Da er regelmäßig seine Jägerkollegen zum Bier saufen einlud, war die Aufgabe „ein Bierfass anschlagen“ pipifax. Die dritte und letzte Aufgabe war natürlich die Schwierigste. Die Heiratswilligen mussten Babies wickeln, Nächte mit schreienden Kindern verbringen, mit Lego, PLAYMOBIL, Barbie und Pokémon spielen. Außerdem mussten sie mit kleinen Kindern essen gehen und mit Kindern im Trotzalter einkaufen. Es war tatsächlich ein Härtetest. Es trennte sich die Spreu vom Weizen. Einige der jungen Kerle rümpften beim wickeln die Nase und verpissten sich. Andere wollten doch lieber selbst schlafen als Kinder herumzutragen. Beim Einkauf hatte der ein oder andere nur verbotene Lebensmittel ( Cola, Eistee, Schaumerdbeeren, Schaumwaffeln, Erdnussbutter, Toastbrot, Nutella, Milchschnitte, Fruchtzwerge…) im Einkaufswagen. Zum Glück war der Jäger allein erziehender Vater. Das Wickeln ging ihm ganz leicht von der Hand, in seinen Armen beruhigten sich die Kinder und schliefen ein und in seinem Einkaufswagen fanden sich ausschließlich Obst und Gmüse aus biologischem Anbau, auch sonst viele Bioprodukte und dem Trotzanfall geschuldet eine Tüte Gummibären. Natürlich gab es auch noch die Tafel Lieblingsschokolade für Abetare. Denn sie vergaß er, trotz der hohen Anforderungen, nie. So schien der Jäger als Sieger festzustehen, aber so leicht wollte sich der Vater nicht geschlagen geben. Er legte eine Erbse unter die 19 Matrazen, auf denen seine Tochter schlief und warte ab, was passieren würde. Am nächsten Morgen rief sie mit ihrem Handy den Jäger an, weil sie die ganze Nacht kein Auge zugetan hatte. Er kam sofort auf seinem Fahrrad angesaust und schaute unter die Matrazen. Er kannte nämlich das Märchen Die Prinzessin auf der Erbse. Er entfernte die Erbse und dann legten sie sich gemeinsam wieder oben drauf. Der vorbildliche Jägersmann hatte natürlich Kondome dabei und nachdem sie tollen Sex hatten, schliefen sie zufrieden ein. Als der Vater das sah, war auch er überzeugt. Der Jäger, der im Schießwettbewerb seinerzeit bei Olympia auch schon einmal eine Goldmedaille gewonnen hatte, schenkte sie dem König als Zeichen seiner Zuneigung. Es wurde nicht lange gefackelt und für das kommende Wochenende wurde das Hochzeitsfest angesetzt. Es war ein rauschendes Fest, bei dem die Bremer Stadtmusikanten sangen und der Froschkönig als Trauzeuge die Ringe aus dem Brunnen hochholte. Es gab Essen, Trinken und Kondome im Überfluß und alle amüsierten sich prächtig.
Jahre später, als es nicht mehr so lief mit dem Jäger, bändelt Abetare mit dem gestiefelten Kater an. Aber das ist eine andere Geschichte. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

 

 

Tageblog 26. August 2016

26. August 2016 Lesung in der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen im Rahmen des Literaturfestivals Poetische Quellen

 

Die Kirche ist gut besucht. Im Altarraum ist eine Sitzgruppe geschaffen, für den Autor und seinen Übersetzer, zwei Autorinnen und den Moderator. Zwischen den Wortbeiträgen ertönt gewaltig die Orgel. Begeistert lausche ich den Lesungen der LyrikerInnen. Ich höre die Welt in mir von anderen beschrieben. Unendliche Weite. „Das Gedicht ist in mir geschehen“ sagt Roberta Dapunt. Ich habe es erlebt. Während eines Orgelspiels fesselt mich der Anblick einer Fliege in den Haaren der Dame vor mir. Sie ist schon etwas älter und hat ihre mit Strähnchen aufgehübschten grauen Haare hoch toupiert. Wie in einem Nest sitzt darin eine Fliege. Sie bewegt sich elegant über die goldenen Stege und lässt sich immer wieder durch das Spinnennetzartige Geflecht fallen. Dann krabbelt sie wieder nach oben und surft auf der Haarkonstruktion. Als die Orgel verstummt, kuschelt sie sich ein zum schlafen. Entzückend! Hätte ich der Dame etwas sagen sollen?

Tageblog 25. August 2016

25. August 2006  seit diesem Tag hat das Standesamt in Las Vegas nicht mehr rund um die Uhr geöffnet

 

Sollen wir das wirklich machen?
Waum nicht? Oder willst du mich nicht mehr heiraten?
Doch, schon, aber die Idee ist irgendwie verrückt. Und aufregend. Lass‘ uns nach Vegas fahren. Ich kaufe an der nächsten Tankstelle eine Straßenkarte.
Wieso Straßenkarte? Wir haben doch ein Navy.
Ja, aber das ist doch voll unromantisch. Ich will die Strecke die wir zurücklegen mit einem roten Stift nachfahren. Außerdem werde ich ein Tagebuch führen und die Sexpraktiken von jedem Tag notieren. Und wehe es wiederholt sich was. Es sein denn ich habe mir das gewünscht. Wir machen jetzt quasi eine Vorhochzeitsreise. Wenn wir zurückfahren wird es die richtige Hochzeitsreise. Mit einem „Just Married“ Schild auf der Hutablage und Dosen am Auspuff. Und du must mich über jede Motelschwelle tragen. Ja, das machen wir. Guck, in 10 Meilen kommt die nächste Tanke.
Luis steuert den Wagen aus der nächsten Ausfahrt raus.
Wo fährst du hin? Das ist doch noch gar nicht die Tankstelle.
Luis grinst, biegt in einen kleine Feldweg ein und bleibt stehen. Er knöpft sein Hemd auf und beugt sich zu Sofia. Er küsst sie in den Nacken und flüstert in ihr Ohr Ich wollte mit dir noch eine Sexpraktik machen, die nicht in deinem Buch verewigt wird.

(to be continued)

Tageblog 24. August 2016

24. August 2016  Schulanfang NRW

 

Schulstraße

Ich wohne in der Schulstraße. Zehn Häuser weiter steht die Grundschule. Sechs Wochen lang war hier morgens eine himmlische Ruhe. Wenig Autoverkehr, Fußgänger auf dem Weg zur Bahnhaltestelle. Fußgänger und Radfarer sah ich immer mal wieder auf dem Weg zum Supermarkt. Einige Leute mit ihren Hunden.

Heute morgen ist alles anders. Wie die Heuschrecken fallen die schulpflichtigen Kinder mit ihren Eltern über die Straße her. Um die wenigen Parkplätze gibt es Gerangel. Die Eltern, die im absoluten Halteverbot stehen, bleiben am Auto stehen und winken ihren Kindern, bis diese vom Tor verschluckt hinter der großen Mauer ihrem Blick entschwunden sind. Zwischen 7:45 und 8:10 ist Großkampfzeit. Da komme alle. Die Nachzügler beobachte ich fast zärtlich von meinem Fenster aus. Obwohl ich es hasse, zu spät zu kommen, mag ich den Anblick derer, die es nicht geschafft haben. Irgendwie mitleidend male ich mir aus wie sie zögerlich vor der Klassentür stehen. Wie die Lehrerin bei ihrem Eintritt kurz den Kopf hebt und sie mit gesenktem Kopf am Lehrerpult vorbei auf ihren Platz huschen. Am ersten Tag nach der Ferien wird das noch freundlich übersehen, wenn es dann aber im Laufe des Schuljahres zur Gewohnheit wird, kann die Lehrerin nicht mehr an sich halten und kommentiert mit bösen Worten die Verfehlung.

Die Schulklingel, die zur Ferienzeit nicht abgeschaltet wird, macht wieder Sinn. Sie scheint auch noch lauter und schriller zu läuten, als würde sie sich über die Kinder und Lehrer, deren Takt sie jetzt wieder vorgibt, freuen.

Die Walking Frauen treffen sich, wenn sie ihre Kinder in der Schule abgeliefert haben, immer genau vor meinem Fenster, um sich über die letzten Stunden, die noch nicht miteinander geteilt wurden, auszutauschen. Immer genau vor meinem Fenster.

Zwischen halb neun und halb elf ist normaler Verkehr. Dann werden die Ersten schon wieder abgeholt. Am besten man geht in der Zeit zur Fußpflege oder zur Kosmetikerin,  für Kino ist es leider zu früh.  Als meine Kinder so klein waren, habe ich für Handarbeitsgeschäfte gestrickt, um mir das Beauty Programm leisten zu können. Viele Kinder gehen in die sogenannte Übermittagbetreung. Sie bleiben dann bis 15 oder 16 Uhr. Dann ist noch mal eine Menge los in der Schulstraße, wegen Parkplätzen und Lärm und so.

Wenn die Lehrerinnen und Betreuerinnen vor Hausnummer 4 ihre letzte Zigarette ausgedrückt haben, dann gehen auch sie nach Hause und es wird wieder ruhiger, bis morgen früh 7:45 Uhr. Ich freue mich auch auf die Herbstferien.

Tageblog 23. August 2016

23. August   Namenstag: Rosa

 

Wenn ich Rosa höre, dann denke ich immer an rosa.
Und zwar als erstes an die rosa Abformmasse, mit der mein Kieferorthopäde den Abdruck von meinen Ober- und Unterkiefer gemacht hat. Der sogenannte „Löffel“ war randvoll mit der rosafarbenen Masse, als die Helferin ihn mir in den Mund rammte. Ober- und Unterkiefer. Den aufgerissenen Mund, der in der Stellung verharren muss, den Würgereiz, die unfreundliche Sprechstundenhilfe assoziiere ich nach wie vor mit rosa. Obwohl man danach den Mund ausspülen darf und das widerwilllige Personal einem das Gesicht abwischt, findet man abends noch Reste getrockneter rosa Masse im Gesicht. Wirklich eklig.

Aber dann sind da zum Glück noch
Barbie
Miss Piggy
Rosa von Praunheim
Rosa Trikot
Rosa Funken
rosarote Brille
Rosa Luxemburg
hellblau

seit 2000 wählt das US-Amerikanische Farbinstitut Pantone die Farbe des Jahres. Rosa ist neben Hellblau die Trendfarbe 2016.

Tageblog 22. August 2016

22. August  Tag der Fische                                               Für Britaimage

 

Nemo. Heute ist der Tag der Fische. Da wird an uns gedacht und an unseren Schutz erinnert. Da wollen wir doch mitmachen. Ich lese dir eine schöne Geschichte vor, bei dem ein Fisch eine Hauptrolle spielt. Lass mal sehen, wie wär’s mit Moby Dick?
Papa, Moby Dick ist doch ein Wal. Der ist ein Säugetier und kein Fisch.
Klar Nemo, du hast Recht. Seit du in die Schule gehst, weißt du aber wirklich eine Menge. Na, was haben wir denn noch für Bücher? Free Willy? Papa! Da ist jetzt noch Der Regembogenfisch und Der Butt.
Och nöö. Lieber nen Film gucken.
Aber es gibt doch auch Musik, die sich mit Fischen beschäftigt. Zum Beispiel Die Forelle von Schubert.
Forelle? Das ist doch gar kein richtiger Fisch, die wohnt doch im Süßwasser, ne echte Pussy. Dann lieber Fisch im Wasser von Nina Hagen.
Nee Nemo, dann doch lieber einen Film. Der weiße Hai oder Ein Fisch namens Wanda?
Papa, was ist denn das hier? Die Geheimnisse des Meeres von Jean-Jaques Cousteau?
Oh, Nemo. Das ist ein Film aus vergangenen Zeiten. So wird es nie wieder werden. Ja, ich glaube das ist das Richtige heute, am Tag der Fische.