Tageblog 7. August 2016

7. August Nationalfeiertag Elfenbeinküste Unabhängigkeitstag 1960, vormals französisch

 

Es war einmal ein Land, an dessen Küste unzählige Elfen wohnten. Die Elfen waren zarte Geschöpfe, deren Körperbau zwar dem der Menschen ähnelte, die Arme und Beine allerdings hatten keine Hände und Füße mit jeweils fünf Fingern bzw. Zehen, sondern sie endeten in  spitz auslaufenden gebogenen Röhrenknochen. Die Elfen waren befreundet mit allen Tieren die an der Küste lebten und verbrachten ihr Leben in Eintracht mit sich und ihrer Umgebung. Einmal im Jahr gaben sie zu Ehren ihrer ältsten Elfen ein rauschendes Fest, bei dem am Strand ein riesiges Feuer angezündet wurde, um das alle, die es noch bewerkstelligen konnten, herum tanzten.
An einem solchen Abend kam zufällig eine Piratenflotte an der Küste entlanggesegelt, die kein Ziel hatte und die Feuerzeichen als willkommene Aufforderung betrachtete, an Land zu gehen und den Grund für das Feuer zu erforschen. Die Elfen nahmen von dem Herannahen der Schiffe nichts wahr. Noch nie war jemand an ihrer Küste gelandet, es hatte noch nie Besuch gegeben, weder von Seeseite, vom Landesinneren noch von der Luft aus. Erst als die Tänze beendet waren und die Elfen erschöpft im Sand saßen und Milch aus den Kokosnüssen schlürften, wanderte ihr Blick hinaus auf die See. Jetzt sahen sie die Piraten, die schon Anker geworfen und mit kleinen Booten auf dem Weg zur Küste waren. Die Elfen, denen noch nie Fremde begegnet waren, liefen neugierig zum Wasser, um die Ankömmlinge willkommen zu heißen. Die Piraten, die noch nie vergleichbare Lebewesen gesehen hatten, hatten Säbel, Schwerter und Streitäxte im Anschlag, blieben aber zunächst friedlich. Als sie ihre Münder öffneten, um das Wort an die Anderen zu richten, stellten sie fest, dass sie einander nicht verstanden. Die Elfen, deren Sprache ein melodischer Singsang aus unbekannten Silben war, hielten sich die Ohren zu, als die Piraten anfingen mit lauten durchdringenden Stimmen durcheinander zureden. Diese Geste fassten die Freibeuter als Unhöflichkeit auf und fuchtelten mit ihren Waffen den Elfen vor der Nase herum, um ihnen verständlich zu machen, dass sie ihre Hände von den Ohren nehmen sollten. Diese Gebärde machte den Elfen Angst. Ihr König pfiff auf seiner Flöte und sofort kamen die Elefanten aus dem Dunkel des Landesinneren und nahmen jeder eine Elfe auf ihren Rücken. Die Elfen schienen sich mit den Elefanten zu vereinigen und langsam schoben sich aus den Gesichtern heraus neben dem Rüssel die gebogenen Elfenbeine. Jetzt erst, im Kontrast mit der grauen Elefantenhaut, erstrahlte das Elfenbein in einem besonderen Glanz. Eine Farbe, die das Universum noch nicht kannte. Die Piraten stoben davon, ihnen war der Zauber, dem sie beigewohnt hatten, nicht geheuer. Ohne den Sonnenaufgang abzuwarten, paddelten sie zu ihren Schiffen und segelten davon.
Aus dieser Zeit stammt die Legende, dass die Stoßzähne der Elefanten die Beine der Elfen sind, die sich aus Angst mit ihnen vereinigt haben und nur die Beine bzw. die Zähne zeugen von dieser Vereinigung. Die Küste, an der die Piraten das beobachtet haben, wird seitdem die Elfenbeinküste genannt. Obwohl seitdem unzählige Jäger dort gelandet sind, hat man nur noch die Elefanten vorgefunden, nie wieder eine einzige Elfe. Auch beim Abschlachten der Tiere hat man in deren Inneren keinen anderen Hinweis auf die Existenz der Elfen gefunden außer eben jene Beine, die den Elefanten wie riesige Zähne im Gesicht stehen. Das Elfenbein gehört damals wie heute zu den kostbarsten Schätzen der Erde.