Tageblog 26. August 2016

26. August 2016 Lesung in der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen im Rahmen des Literaturfestivals Poetische Quellen

 

Die Kirche ist gut besucht. Im Altarraum ist eine Sitzgruppe geschaffen, für den Autor und seinen Übersetzer, zwei Autorinnen und den Moderator. Zwischen den Wortbeiträgen ertönt gewaltig die Orgel. Begeistert lausche ich den Lesungen der LyrikerInnen. Ich höre die Welt in mir von anderen beschrieben. Unendliche Weite. „Das Gedicht ist in mir geschehen“ sagt Roberta Dapunt. Ich habe es erlebt. Während eines Orgelspiels fesselt mich der Anblick einer Fliege in den Haaren der Dame vor mir. Sie ist schon etwas älter und hat ihre mit Strähnchen aufgehübschten grauen Haare hoch toupiert. Wie in einem Nest sitzt darin eine Fliege. Sie bewegt sich elegant über die goldenen Stege und lässt sich immer wieder durch das Spinnennetzartige Geflecht fallen. Dann krabbelt sie wieder nach oben und surft auf der Haarkonstruktion. Als die Orgel verstummt, kuschelt sie sich ein zum schlafen. Entzückend! Hätte ich der Dame etwas sagen sollen?