Tageblog 30. August 2016

30. August 1956  der Film Die Geierwally , nach dem Buch von Wilhelmine von Hillern, inszeniert von Franz Cap, mit Barbara Rütting in der Hauptrolle, hat in Düsseldorf Premiere

Die Geierwally war glücklich über ihr Schicksal. Wäre ihr Vater nicht so wütend auf sie gewesen, hätte er sie niemals auf die Hochalm geschickt. Hier hatte sie das Geierjunge aus dem Nest gerettet und hatte es dann großgezogen. Seitdem waren sie unzertrennlich. Sie kraxelte überall in den Bergen herum und auf den Spuren des Geiers kam sie an Stellen, an die sie von alleine nie hingekommen wäre. Sie hat angefangen Pflanzen und Steine zu sammeln. Die Steine, weil sie ihr gefallen, die Pflanzen, weil sie etwas über sie und ihre Wirkung herausfinden will. Sie notiert Aussehen, Farbe, Geruch und Geschmack. Eine Zeichnung fertigt sie auch an. Sie beobachtet ob sie bei der Einnahme der Pflanzen irgendwelche Symptome zeigt. Manches schmeckt ihr zu intensiv und macht die Zunge schwer. Sie überlegt ob sie nächste Woche hinunter in’s Tal geht, um die notwendigsten Sachen gegen ein paar von ihren Aufzeichnungen einzutauschen. Der Doktor interessiert sich dafür. Eine Pflanze muss sie für ihn auch sammeln, weil er aus ihren Bättern eine Salbe und einen Sud herstellt. Geierwally weiß, dass es einige wenige Pflanzen gibt, die aufgrund des Fehlens von Schmetterlingen, Bienen und Käfern zur Selbstbefruchtung übergegangen sind. Daran arbeitet sie jetzt auch. Selbstbefruchtung der Frau. Das ist doch mal ein Forschungsgebiet. Selbst steuern ob man fruchtbar und schwanger sein will. Ob einem  die Männer trotzdem fehlen? Immerzu muss sie an den Bärenjosef denken. Aber sie ist ja auch noch Lichtjahre von der Selbstbefruchtung entfernt. Sie wird nächste Woche erstmal hinunter gehen, auf dem Hof des Vaters nach dem Rechten schauen, dem Arzt seine Pflanzen bringen und den Bärenjosef besuchen. Solange sich bei ihr noch kein Wunder eingestellt hat, arbeitet sie mit dem Arzt zusammen an einer Pflanzenmischung, die, als Sud vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt,  empfängnisverhütend wirken soll. Der Bärenjosef ist ihre männliche Testperson. Bis jetzt ist es zu 90% gutgegangen. Die restlichen 10% sind als Fehlgeburt abgegangen. Also 100% keine Kinder. Schade ist es aber schon.

 

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