Tageblog 7. Septemer 2016

7. September 1949  die ersten Briefmarken der Bundesrepuplik Deutschland erscheinen 

Hauptsache ein Hobby

Mein Vater ist  total aufgeregt. Er hat eine Überraschung für mich. Ich bin auch aufgeregt, weiß ich doch überhaupt nicht, worum es sich handelt. Dann bin ich entsetzt. Mein Vater schenkt mir ein Briefmarkenalbum. Vorsichtig öffne ich das Buch. Auf den ersten drei Seiten sind vereinzelt ein paar Briefmarken einsortiert. Hübsch sind  sie anzuschauen, wie sie hinter den Pergamentstreifen festsitzen. Aber langweilig. Was für ein Geschenk für einen 14jährigen! Dazu gibt es noch eine Packung loser unsortierter Briefmarken und eine Pinzette. Damit ich sie beim ein-, aus- und umsortieren nicht beschädige.

Mittlerweile benutze ich die Pinzette, um die Augenbrauen, die über meiner Nasenwurzel zusammenwachsen, zu zupfen. Da ich zu jeder Gelegenheit von meinen Eltern, Tanten, Onkels und Großeltern Briefmarken geschenkt bekomme, habe ich einen ganzen Haufen unsortierter Marken in der Schublade. Ein Vorzeigealbum habe ich angelegt, damit sie nicht blöd fragen. Ich bin dazu übergegangen, mit den Marken andere Gegenstände zu verzieren. Vor allem Mädchen fahren auf so nen Kram ab. Ich habe z.B. billige Bilderrahmen mit Briefmarken beklebt. Da drin ein Foto, sieht echt cool aus. Außerdem habe ich eine kleine Pringels Rolle verschönert, die steht jetzt als Stiftehalter auf dem Schreibtisch von dem Bruder meiner Freundin. Der richtige Renner sind kleine Kästchen mit Briefmarken beklebt. Die sehen irgendwie edel aus. Der Handel floriert. Mit dem Geld, das ich dafür kriege, kaufe ich mir Schallplatten. Dauert ein bißchen bis ich das Geld für eine Platte zusammen habe. Aber bald ist der Tag der Briefmarke. Da greift meine Verwandschaft bestimmt wieder so richtig zu und beschenkt mich mit zahlreichen Briefmarken. Dann gibt es wieder Nachschub.

Hallo Dieter. Wir wollen dir zum Geburtstag gratulieren. Es hat etwas länger gedauert, aber wir mussten noch auf Tante Helga warten. Dieses Jahr gibt es mal etwas anderes. Wir dachten, du bist jetzt alt genug. Und mit der Mitgliedschaft bekommst du auch jeden Monat die Fachzeitschrift „philatelie“ frei Haus.

Tja, also jetzt beklebe ich größere Objekte. Waschmitteltrommeln lassen sich so prima verkleiden und als Papierkorb benutzen. Ich binde auch Hefte damit ein und bastele sogar Ketten und Armbänder aus den zerrissenen Seiten. Die Mädels stehen drauf und meine Plattensammlung wächst.

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