Tageblog 14. September 2016

14. September christliches Fest der Kreuzerhöhung

14. September  Tag der Tropenhölzer

Das Kreuz mit dem Wahren Kreuz

Helena betreibt einen kleinen Andenkenladen in Jerusalem. Direkt in der Nähe zu der Grabeskirche. Die Menschen kommen an diesen Ort, weil sie mit eigenen Augen sehen wollen, an welcher Stelle das Grab Christi war und wo man die drei Kreuze am Golgathahügel fand. Seit Jahrhunderten ist der kleine Laden in Familienbesitz. Es ist der einzige, der autorisiert ist, kleinste Partikeln des Heiligen Kreuzes an Pilger zu veräußern. Im unterirdischen geheimgehaltenen Lagerraum liegt verschiedenes Holz, das für diese Zwecke Verwendung findet. Helena schaut sich ihre Kunden genau an. Wenn sie bereit sind, tatsächlich einen Partikel des Kreuzes zu erstehen, dann verabredet Helena mit ihnen einen neuen Termin, an dem sie ihr Andenken abholen können. Die Kunden können zwischen verschiedenen Arten der Aufbewahrung wählen. Besonders beliebt sind Amulette, die dann an einer Kette um den Hals getragen werden, aber auch kleine Standgefäße, in denen die Partikeln in einem Glasgehäuse präsentiert werden, sind sehr gefragt. Ein paar Exemplare hat sie zu Anschauungszwecken im Laden. Selten gibt sie eins davon direkt aus der Hand, da müssen die Gläubigen ihr schon sehr sympathisch sein und überzeugend darstellen, warum sie nicht noch einmal vorbeikommen können.
Sie entscheidet nämlich nach Gefallen, von welchem Stück Holz sie wem etwas abgibt. Das sogenannte Heilige Kreuz ist natürlich nicht mehr das originale von der Kreuzigung Christi. Hierfür wird immer ein qualitativ sehr hochwertiges Tropenholz verwendet. Einmal im Jahr wird das Kontingent vom Papst gesegnet, der dafür in einer geheimen Mission nach Jerusalem in Helenas Lagerraum kommt. Franziskus war ganz gerührt, als er  erfährt, dass die diesjährige Ladung Tropenholz aus Südamerika stammt. Die nächste Fuhre kommt dann aus Indonesien. Echtes Teak.
Es lagern noch andere Holzarten an diesem Ort, die aber minderwertig sind und nicht gesegnet werden. Das wird für die billigen Devotionalien verwendet. Helena entscheidet aber nach ihren Maßstäben, wer eine echte Partikel des Wahren Kreuzes verdient hat. Sie glaubt fest daran, dass Gott sich auch auf diesem Weg offenbart.
Ihr Sohn Konstantin steht ihr immer auf den Füßen. Er ist bei Greenpeace organisiert und setzt sich vor allem für den Schutz der Tropenwälder ein. Täglich flattert eine Petition zum Schutz der Wälder in ihr Email Fach, die sie  unterschreiben soll. Der Junge hat Recht und deswegen hat Helena einen Plan. Wenn das Teak Holz verkauft ist, wird sie das erste Mal mehrere Festmeter Kiefernholz aus Europa ordern. Ihre Gedanken gehen aber noch weiter. Konstantin hat angefangen, beim Sperrmüll die Holzregale einzusammeln. Am liebsten Billy von IKEA. Die verwenden nämlich nur verifiziertes Holz.
Glaube versetzt Berge.

Ein Gedanke zu “Tageblog 14. September 2016

  1. Sag ml, hast du das wirklich geschrieben? Ohne abschreiben? Super!! Was für eine schöne Geschichte!! Und ganz anders als die anderen. Die find ich richtig gut!!!

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