Tageblog 21. Dezember 2016

21. Dezember 1192 – Auf Befehl des österreichischen Herrschers Herzog Leopold V. wird der englische König Richard I. Löwenherz auf dem Rückweg vom Dritten Kreuzzug bei Wien gefangen genommen und später gegen Lösegeld freigelassen.

 

Löwenherz – der Heimweg
1. Wie alles began

Wer seid ihr? fragt Iwein Löwenritter die Gestalt, mit der er schon über eine Stunde am kämpfen war. Mein Name ist Richard Löwenherz. Wer seid ihr, der ihr so trefflich einem König trotzen könnt?
Iwein Löwenritter ist mein Name. Warum tragt ihr ebenfalls den Löwen in eurem? Euer Kampf wird schwächer, edler König. Tragt ihr tatsächlich das Herz eines Löwen? Er scheint alt zu sein, seine Kräfte lassen nach.
Tatsächlich ist es so, dass mein Herz in der Kathedrale von Rouen begraben liegt. Stattdessen lebe ich mit dem Herz des Löwen, der mir in der Schlacht von Jaffa gegen Saladin das Leben rettete. Ich wurde für tot gehalten und in Rouen begraben. Aber ein arabischer Medicus hat mein totes Herz gegen das des sterbenden Löwen getauscht und so konnte ich weiterleben. Ich bin auf dem Weg nach England, um nach meinem Reich und meinem Thron zu sehen, von dem ich hörte, dass mein Bruder Johsnn Ohneland in sich unter den Nagel gerissen hat. Ich brauche eine Begleitung wie ihr es eine seid. Wollt ihr euch mir anschließen und wir beenden den Kampf hier?
Iwein staunt nicht schlecht. Ein König, der ihn zum Gefährten wählt. Aber seine Treue hat er König Artus geschworen und seinem Löwen und Lunette. Aber das ist eine andere Geschichte. Deswegen und weil er die Aventure liebt, sagt er ja.
Also reiten Löwenherz, Löwenritter und der Löwe gemeinsam gegen England. Jeden Tag legen sie eine dreistündige Übungseinheit ein, bei der Iwein seine Fertigkeiten und Richard seine Kondition trainiert. Der Löwe pflegt in dieser Zeit einen ausgedehnten Mittagsschlaf, nachdem er aber schon für die gemeinsame Mahlzeit das Wild erlegt hat. Natürlich kann das nicht ewig so weitergehen und so begegnen die drei eines Tages einer wunderschönen Frau. Sie reitet fast an ihnen vorbei, so schnell ist sie auf ihrem Roß unterwegs. Aber im letzten Augenblick nimmt sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr und bringt ihr Pferd zum Stehen.
Wohin so schnell, schönes Geschöpf, vor dessen Liebreiz sich selbst alle Sterne am Firmament  verbeugen müssen? säuselt der Löwenritter und Löwenherz staunt nicht schlecht über die poetische Ader seines Gefährten. Ich bin auf der Suche nach den tapfersten Rittern im ganzen Land, edler Mann erwiderte die Schöne. Meine Herrin ist die Königin von England, deren Mann König Löwenherz in der Schlacht bei Jaffa fiel und der in Rouen begraben liegt. Gott hab‘ ihn selig sie bekreuzigte sich und nun begehrt ihr Schwager ihren Thron und ihren Leib. Weil die Leibwache schwach ist und von Johann bestochen, hat die Königin nur noch wenige Vertraute und steht fast schutzlos da. Mir wurde geweissagt, wenn ich drei Tage gegen die Sonne reite, begegne ich den Männern, die uns von diesem Schicksal erlösen. Seid ihr das? Und was macht der Löwe bei euch im Gras?
Gestatten
meldet sich Richard Löwenherz schnell zu Wort, bevor Iwein das Wort ergreifen kann und sich vielleicht sogar verplappert, mein Fräulein, ihr habt Glück. Mein Begleiter Leopold und meine Wenigkeit Leonhard sind tatsächlich gerade in einem Sabbatjahr. Wir erholen uns von den vergangenen Strapazen und sind dabei unsere Kräfte wieder herzustellen. Nach dem dreitägigen Ritt zu eurer Burg sind wir wieder ganz die Alten, nämlich die tapfersten Ritter von England. Und der Löwe im Gras ist Leonce, unser Herold.
Wie kann ich sicher sein, dass ihr tatsächlich die seid, die ich suche? Könnt ihr mir einen Beweis eurer Tapferkeit liefern?

Jetzt wird es dem Löwen aber zu bunt. Er, der eh nicht so empfänglich ist für weibliche Schönheit wie die beiden Ritter, setzt seine Zauberkräfte ein, um der Schönen gehörig Angst einzujagen und Richard und Iwein die Möglichkeitzu geben, ihre Tapferkeit unter Beweis zu stellen. Von einer auf die andere Sekunde schlängeln sich ein Dutzend Giftschlangen um die Beine ihres Pferdes. Noch ehe sie die Gefahr bemerkt, steigt das Pferd hoch und wirft sie in das Gras, in dem sie bewusstlos liegenbleibt. Geistesgegenwärtig beruhigen Iwein und Richard das Pferd, nehmen die Frau in den Arm und töten alle Schlangen. Als die Schöne wieder aus ihrer Ohnmacht erwacht, kann sie sich zwar an nichts erinnern, aber sie glaubt den beiden Rittern, dass sie die Situation durch ihre ausgezeichnete Tapferkeit sofort im Griff hatten. So kommen sie also in’s Geschäft und reiten zu viert gegen England.

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