Tageblog 13. Januar 2017

13. Januar 2017    Freitag der 13.

 

 

Bettgeschichte

Ich bleibe im Bett. Das mache ich immer am Freitag, den 13. Ich bin bestens vorbereitet.
Essen und Trinken habe ich mir in Reichweite neben dem Bett aufgebaut. Der Fernseher ist so plaziert, dass ich problemlos schauen kann. Die Fernbedienung liegt auf dem Nachtisch. Mein Telefon und mein Handy sind auf lautlos geschaltet. Der Laptop liegt auf meinen Knien. Die Katze räkelt sich auf meiner Bettdecke und wenn ich sie streichele, dann schnurrt sie. Sie darf heute auch nicht raus, damit sie Niemandem Unglück bringt. Als schwarze Katze trägt man an so einem Tag große Verantwortung. Dreimal am Tag erlaube ich mir den Gang zum Klo. Den ersten Toilettengang habe ich mit der Zubereitung des Kaffees verbunden. Den trinke ich gerade, während ich die online Nachrichten studiere. Ich habe einen ganzen Stapel Bücher neben mein Bett gelegt. Heute komme ich bestimmt auch zum lesen. Das schaffe ich sonst nämlich gar nicht. Mhm, jetzt kriege ich Hunger. Ich hätte mir noch ein Brot machen sollen, aber es gibt ja den Vorrat neben dem Bett. Ich nehme mir einen Schokoriegel. Die Katze schnuppert. Ob sie auch Hunger hat? Für sie habe ich gar nix hier. Ich biete ihr ein paar Krümmel an, aber sie rollt sich auf die andere Seite und schläft weiter. Die Gardinen sind zugezogen. Eigentlich schade. Die Sonne scheint und zeichnet filigrane Muster auf die Vorhänge. Das sieht schön aus, aber es ist ein wenig dunkel im Zimmer. Ich hätte es gerne heller. Wenn ich die Vorhänge aufziehen will, muss ich aufstehen. Später. Wann habe ich denn das letzte Mal im Bett gelegen und nichts gemacht? Ich kann mich nicht erinnern. Nichts machen fühlt sich gut an. Für einen Moment. Aber dann will ich doch etwas. Musik hören. Ich suche auf YouTube Musik von Prince und höre Purple Rain. Augen zu, Kopf in’s Kissen und nicht denken. Eevee dreht sich wieder zurück und streckt ihre Pfote auf die Tastatur. Baby I’m a star ertönt plötzlich. Eevee hat gewählt. Mein Kaffee ist ausgetrunken, der Riegel aufgefuttert, ich will mehr. Aber erst mal Eevees Musikwunsch. Ich schwinge den Oberkörper im Bett hin und her. Nicht schlecht. Ich will mich bewegen. Ich trommele mit den Fingern den Sound auf den Katzenkörper. So schreien und singen wie Prince. Das wär noch was. Ich stehe auf. Drehe den Sound laut. Gehe in’s Bad vor den Spiegel und schaue mir beim Tanzen und singen zu. Eevee steht jetzt neben mir. Sie schaut mich an. Bewundernd? Fragend? oder nur hungrig? Ich fülle etwas Futter in ihr Schälchen und wiege mich durch die Bude. Zu Purple Rain. Es klingelt an der Tür. Wie versteinert bleibe ich stehen. Wer kann das sein? Ich will niemanden sehen in meiner selbst auferlegten Klausur. Ich bewege mich wie ein Vollidiot durch meine Wohnung. Ein lautloser Monstergang. Es klingelt erneut. Zum Glück habe ich die Gardinen noch nicht aufgezogen. Ich will zurück in mein Bett. Eeveee auch. Sie läuft mir vor die Füße. Es passiert was passieren muss. Bei Let’s go crazy haut’s mich um.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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