Tageblog 15. Februar 2017

15. Februar 2002 – Der frühere Fußball-Bundestrainer Berti Vogts wird neuer schottischer Nationalcoach.

Kommerz statt kariert

Seit die Schotten im internationalen Fußballgeschäft mitmischen wollen, ist es vorbei mit der lockeren Spielerkleidung. Als einzige Fußballmannschaft der Welt trugen die Schotten karierte Röcke zum Spiel. Das sah schön aus und weil man nie sagen konnte, ob ein Spieler nun auch zur Unterhose gegriffen hatte oder nicht, waren die Fußballstadien gefüllt mit Frauen, die auf den Moment lauerten, der dieses Geheimnis lüften würde. So waren die Fußballspiele immer gut besuchte Familienveranstaltungen. Die Schotten sind nämlich kein prüdes Volk und auch die Kleinsten wissen schon, wie Mama und Papa untenrum aussehen.
Die Einzigen, denen das nicht gefiel, waren die Sporttrikot Hersteller. Jeder Versuch, den Schotten die Plastikhöschen anstatt der Wollröckchen schmackhaft zu machen, schlug fehl. Auch das Angebot die Hosen mit karierter Borte einzufassen, wurde abgelehnt.
Aber es kam was kommen musste. Der sogenannte Fortschritt machte auch vor der schottischen Fußballmannschaft nicht halt. Der Fortschritt hielt Einzug mit dem deutschen Fußballstar Berti Vogts, als er Trainer der Nationalmannschaft wurde.
Leider glaubten die Spieler, die Funtionäre und alle die was zu sagen hatten, Bertis Gerede von effektiverem Spiel in Trikots, bestehend aus Hemd und Höschen aus Multifunktionstoffen. Tatsächlich wurden die Erfolge der schottischen Fußballer zahlreicher und man brachte das mit der Änderung der Kleiderordnung in Verbindung.  Mittlerweile war man nämlich so fortschrittlich, dass man Trikots aus receicelten PET-Flaschen trug. Das hatte allerdings zur Folge, dass die Schotten anfingen wie blöde aus Plastikflaschen zu trinken, damit der Rohstoff der Trikots auch aus schottischem Verbrauch gedeckt werden konnte. So wie das mit den Spielröckchen war. Diese wurden aus der Wolle der heimischen Schafe gewebt. So geriet alles in Schieflage. Die Zunft der Weber verzeichnete einen Auftragsrückgang, der Plastikflaschenverbrauch dagegen legte zu. Genau wie die Verbraucher. Die Schotten tranken natürlich kaum Wasser aus PET, sondern gerne gesüsste Softdrinks. Fortan kamen immer dickere Fans in’s Stadion, die manchmal sogar zwei Plätze für ihren Körper benötigten. Außerdem stank es natürlich mehr als früher, da das Schwitzen in den Plastiktrikots zu unangenehmer Geruchsbildung führte. Das und der Umstand, dass jetzt unter keinem Rock mehr etwas hervorlugen konnte, vertrieb die weiblichen Fans aus den Stadien.
Der Erfolg hielt dann doch nicht an und die Schotten schmissen Berti Voigts als Trainer wieder raus. Nun waren sie aber in den Klauen der Sportartikelhersteller und konnten sich noch nicht daraus befreien.
Die Spieler absolvieren seit einiger Zeit ihr Training wieder in Röckchen und dort ist der Anteil an weiblichen Zuschauern wieder gestiegen. Man erinnert sich gerne an die Spiele in den Stadien, in denen zwar die Spiele und die Ergebnisse nicht besser waren als heute, aber irgendwie doch mehr geboten wurde.

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