Tageblog 30. März 2017

30. März 1987 – Für umgerechnet rund 72 Millionen Mark ersteigert ein unbekannter Käufer Vincent van Goghs Gemälde „Sonnenblumen“ im Londoner Aktionshaus Christie’s.

 

fünfzehn sonnenblumen von 1889
in einer vase
in tokio
im nipponkoa museum of art

fünfzehn sonnenblumen von 1889
in einer vase
in amsterdam
im  van gogh museum

fünfzehn sonnenblumen von 1888
in einer vase
in London
in national gallery

zwölf sonnenblumen von 1889
in einer vase
in philadelphia
im museum of art

zwölf sonnenblumen von 1888
in einer vase
in münchen
in neue pinakothek

fünf sonnenblumen von 1888
in einer vase
in japan
während 2. weltkrieg zerstört

drei sonnenblumen von 1888
in einer vase
in usa
privatsammlung

keine sonnenblumen von heute
in einer vase
daheim
auf dem tisch

Tageblog 29. März 2017

29. März 2007 – In Berlin stirbt ein Schüler, der nach angeblich rund 50 Gläsern Tequila einen Monat lang im Koma lag. Der 16-Jährige war Ende Februar in einem Lokal mit 4,8 Promille zusammengebrochen.

 

todsaufen
mit sechzehn jahren
am neunundzwangzigsten märz zweitausendsieben
nach fünfzig gläsern tequila
mit vierkommaacht promille
nach einem monat im koma
sterben

welcher wirt
lässt einen sechzenjährigen
(alter eigentlich egal)
lässt einen gast
50 Tequila saufen und
sterben?

 

Tageblog 28. März 2017

Nachtrag zu Tageblog 25. März 2017
* Eine aufmerksame Leserin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es bei der „unbefleckten Empfängnis“ um Maria selbst geht. Es bedeutet, dass sie ohne Erbsünde von ihrer Mutter Anna empfangen wurde. Damit ist nicht die Jungfrauengeburt gemeint, bei der Maria Jesus ohne Zeugungsakt empfängt und zur Welt bringt.  In diesen Zusammenhang habe ich den Ausdruck fälschlichereise gestellt.
Aber jetzt mal im Ernst: […] widdewidde wie sie mir gefällt […] hollahi-hollaho-hollahopsasa.

 

28. März 1930 die türkischen Städt Konstantinopel und Angora werden in Istanbul und Ankara unbenannt.

 

Konstantinopel
vergeht wie Byzanz im Staub
Instanbul erblüht

Tageblog 27. März 2017

27. März  Welttheatertag

27. März 1998 Sildenafil ist ein Wirkstoff, der von dem Unternehmen Pfizer unter dem Namen Viagra auf den Markt gebracht wird.
Eine Forschungsgruppe konnte zeigen, dass Sildenafil in Wasser gelöst in der Lage ist, die Lebensdauer von Schnittblumen signifikant zu verlängern.

Blumen von Karl

„Deine Blumen sehen immer so toll aus! Außerdem scheinen sie auch viel länger zu halten als bei anderen Leuten. Wie machst du das? Hast du den sogenannten grünen Daumen?“ Jenny schaut ihre Arbeitskollegin fragend an. Barbara grinst „Nee, eigentlich hab‘ ich es gar nicht mit Zimmerpflanzen und Schnittblumen. Ich hab’s mit nem Sexbesessenen Mann zu tun. Er hat seinem Arzt irgendetwas vorgeheult, dass ich eine sexuelle Funktionsstörung hätte und nicht zum Arzt gehen würde und er nicht mehr weiter wüsste. Am Ende müsste er sich noch eine Liebhaberin zulegen, wenn das bei mir nicht besser werden würde. Da sein Arzt sein Best Buddy aus dem Tennisclub ist, hat er ihm ein Rezept für Viagra für mich ausgestellt! Mein Mann kam hier reingerauscht, schwenkte die Packung wie eine Trophäe vor meiner Nase und versprach mir ’noch besseren Sex und längere Orgasmen‘. Dabei war ich vollkommen zufrieden. Ich glaube mein Mann hat sich mit mir im Bett gelangweilt und dachte, er würde mir damit mehr Spaß bereiten und somit sich eigentlich auch. Aber mir war die Vorstellung ein Graus. Lang anhaltende Sex Gymnastik, da hatte ich einfach keine Lust drauf. Ich habe die Tabletten gegen Traubenzucker ausgetauscht. Davon nehme ich immer eine, wenn es passieren soll. Für mich fühlt sich alles an wie immer, mein Mann gebärdet sich wie ein Erlöser. Bei ihm scheint sich so ein Placebo-Effekt eingestellt zu haben. Er findet unseren Sex, seit ich Viagra nehme, viel besser. Ich lasse ihn in seinem Glauben. Als ich gelesen habe, dass der Wirkstoff Sildenafil den Schnittblumen gut bekommt, schmeiße ich regelmäßig eine Tablette in’s Blumenwasser. Von daher habe ich schon ein Interesse daran, dass Karl das Rezept weiterhin von seinem Freund bekommt. Ich habe auch schon etwas in’s Aquarium geschüttet. Guck hier.“

Tageblog 26. März 2017

26. März 2015 – In Leicester wird der englische König Richard III. zum zweiten Mal bestattet. Seine Gebeine galten lange als verschollen, wurden aber 2012 entdeckt. Der König fiel 1485 in einer Schlacht.

 

Ein Drama

530 Jahre später. Nochmal eine Beerdigung. Mit den gleichen Knochen. Das geht ja nicht, wenn die Leiche verbrannt wird und die Asche verstreut. Mit einer Urne könnte es klappen, wenn sie aus einem sehr haltbaren Material gefertigt ist. Die gleichen Gäste nehmen auf gar keinen Fall an der Trauerfeier teil.
In diesem Fall gibt es Nachfahren, die sich eine verspätete Beerdigung auf gar keinen Fall entgehen lassen. So hat Michael Ibsen, ein Nachfahre der siebzehnten Generation, dessen DNA zur eindeutigen Identifizierung herangezogen wurde, den schlichten Eichensarg gezimmert, indem die sterblichen Überreste zu ihrer letzten Ruhe gebettet wurden. Der Schauspieler Benedict Cumberbatch, ebenfalls ein Nachfahre, trägt während der Trauerfeierlichkeiten ein Gedicht vor. Seinem Status angemessen, wurden dem letzten englischen König (oder besser seinem Skelett), der auf einem Schlachtfeld gestorben ist, fünf Tage dauernde Feierlichkeiten zu Teil, bei denen er auch an dem Schlachtfeld seines Todes vorübergetragen wurde. Der noch junge König wurde auf dem Bosworth Field durch einen Hieb auf den Schädel tödlich verwundet. Der Überlieferung nach wurde seine Leiche geschändet und anschließend verscharrt und geriet in Vergessenheit. Nun, durch die hallunizatorische Eingebung einer Amateurhistorikerin, wurde der Platz unter dem Parkplatz in Leicester als einzig möglicher Fundort heraufbeschworen. Die Entdeckung des Knochenfundes gibt ihr Recht.
An dieses Wunder knüpft noch ein anderes Wunder an, dass die Stadt Leicester ein Jahr später in die Schlagzeilen bringt. Der Fußballclub Leicester City wird das erste Mal in seiner Vereinsgeschichte Meister der Premier League in der Saison 2015/16. Nachdem der Abstieg in die 2. Liga abgewehrt werden konnte, spielte sich Leicester City an die Spitze der Tabelle.
Es geht die Sage, dass der Geist Richard III. die Spieler beflügelte.
Die Liste verschwundenener historischer Persönlichkeiten/bzw. deren sterblicher Überreste lässt auf weitere Wunder hoffen. Oder auf einen Dramenstoff. Sowohl Richard III. als auch der immer noch vermisste Leichnam des Arthur I, designierter Erbe des Englischen Throns als Nachfolger Richard Löwenherz‘ haben Shakespeare inspiriert. Ich habe auch schon meine Ahnentafel herausgekramt, um für eventuelle Nachweise bereitzustehen.

Tageblog 25. März 2017

25. März christlich   Verkündigung des Herrn/Maria Verkündigung

 

Gedanken über die bekannteste Schwangerschaft der Welt

Mensch, ist das ein Glück, dass das eine „normale“ Schwangerschaft war. Soweit man „unbefleckte Empfängnis“* normal findet. Aber sonst, bums, 9 Monate später lag der Knabe im Stroh. Ohne Probleme für Maria. Es ist nix bekannt über Wasseransammlungen im Gewebe der Gottesmutter oder Gelüste auf spezielle Speisen und Getränke. Beneidenswert. Wäre Christus eine Frühgeburt geworden, dann würden wir das Weihnachtsfest vielleicht schon im November feiern.
Wer hat sich eigentlich um die frischgebackene Mutter im Wochenbett gekümmert? Josef? Die Hirten? Deren Frauen? Darüber ist nichts bekannt. Natürlich ist auch die Frage interessant, ob man mit Schwangerschaftsübelkeit zu kämpfen hat, wenn die Schwangerschaft nicht durch einen menschlichen Zeugungsakt entstanden ist, sondern durch den Willen des Herrn. Vielleicht verläuft so eine Schwangerschaft auch anders als bei Normal-Sterblichen. Leider kann man Maria nicht mehr fragen, und meines Wissens ist das bis jetzt die einzige bekannte Schwangerschaft dieser Art. Ein Engel überbringt die „frohe Botschaft“. Heutzutage vollkommen unromantisch erledigt das ein in Urin getauchtes Plastikstäbchen. Wenn es einem doch wenigstens von einem Engel überreicht würde! Mit einer Lilie zusammen. Da weiß man direkt Bescheid. Bei negativem Ergebnis gibt es ein Tränendes Herz, auch Mutterherz genannt. Oh mein Gott, ist das kitschig, aber gut.
Was ist eigentlich mit dem Mutterkuchen? Ich glaube ja, dass er an der Stelle, an der das Kreuz stand, vergraben wurde. Daraus erstand der Baum des Lebens. Oder Maria hat ihn der Kosmetikindustrie zur Verfügung gestellt und die Anti-Age Creme selbst verwendet. Auf allen Abbildungen sieht die Gottesmutter nämlich noch ganz schön frisch aus.
Danke.

* Eine aufmerksame Leserin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es bei der „unbefleckten Empfängnis“ um Maria selbst geht. Es bedeutet, dass sie ohne Erbsünde von ihrer Mutter Anna empfangen wurde. Damit ist nicht die Jungfrauengeburt gemeint, bei der Maria Jesus ohne Zeugungsakt empfängt und zur Welt bringt.  In diesen Zusammenhang habe ich den Ausdruck fälschlichereise gestellt.
Aber jetzt mal im Ernst: […] widdewidde wie sie mir gefällt […] hollahi-hollaho-hollahopsasa