Tageblog 14. März 2017

14. März 2001 – dpa meldet: Auch Forellen können einen Orgasmus vortäuschen. Biologen vermuten, dass die Weibchen der Bachforelle (Salmo trutta) so Paarungen mit unerwünschten Partnern verhindern.

 

Neulich, Gartenstraße 34, 3. Stock, Wohnung nach hinten, Nacht von Dienstag auf Mittwoch

Maya schüttelt sich. Der Typ neben ihr schläft zum Glück. Die Frage „Wie hat’s dir gefallen?“ könnte sie jetzt nicht ertragen. So ein Langeweiler. Vorsichtig schlägt sie die Bettdecke zurück. Marienkäfer! Hatte sie sich aus Versehen an einem Kindergartenkind vegriffen? Sie musterte seinen Körper. Ausgeschlossen. Sie stöhnt leise als sie versucht aus dem Bett zu krabbeln. Ihr Kopf schmerzt, der Hals ist trocken, das Schlucken gerät zur Tortur. Ihre Füße versinken in einem tiefen Flokati. Sie hüpft wie auf heißen Kohlen und sucht ihre Anziehsachen in dem Zimmer zusammen und schlüpft in’s Bad. Dort übergibt sie sich in das Waschbecken. Mit der linken Hand sucht sie den Lichtschalter an der Wand. Sie formt eine Kuhle mit der rechten Hand und lässt Wasser hinein laufen. Sie führt die Hand zum Mund und spült ihn aus. Immer wieder. Sie nimmt die Zahnbürste von der Ablage und lässt Wasser darüber laufen. Dann setzt sie einen Tupfer Zahnpasta darauf und putzt sich die Zähne. Sie spült den Mund aus und spuckt den Schaum in den Ausguss. Sie lässt das Wasser eine Minute nachlaufen. Die Zahnbürste wirft sie in den Kosmetikeimer. Sie setzt sich auf den Klodeckel und zieht ihren Slip über die Knie hoch. Ihre Hände zittern als sie versucht den BH zuzuhaken. „Wer hat eigentlich den One-Night-Stand erfunden?“ Maya setzt ihre Zeigefinger an die äußeren Augenwinkel und zieht sie nach außen. Ihr Blick wird immer flacher, die Augen fallen zu. Maya fällt vom Klo.  Endlich scheint sie wach zu sein. In Nullkommanix ist sie angezogen. Sie tupft mit Klopapier ihre Wunde am Kopf und auf den Knien ab. Das Blut auf dem Boden verschmiert sie zu einem Punkt Punkt Komma Strich, fertig ist das Mondgesicht. Sie tastet sich aus dem Bad an der Wand entlang zur Wohnungstür und huscht in den Hausflur. Die Tür fällt in’s Schloss.
Endlich ist die weg, die dumme Kuh, denkt Sebastian, legt sich sein Kopfkissen auf den Kopf und schläft weiter.

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.