Tageblog 29. August 2016

29. August 2001     eine arbeitslose Frau gewinnt beim Mittwochslotto den bis dahin höchsten Jackpot von 20,2 Millionen D-Mark (10 Millionen Euro)

 

 

Monika steht in ihrer Wohnung telefoniert mit einem Maler- und Anstreicherunternehmen Ja wenn sie morgen um 10.00 Uhr hier sein können ist das perfekt. Alle Räume müssen in einer anderen Farbe gestrichen werden. Bringen sie alle Abtönfarben mit die Sie haben. Die Wohnung hat 78qm². In jedem Raum soll es noch ein umlaufendes Band geben, aber das habe ich hier. Sie müssen nur die Farbe mitbringen und Kleister.  Bis morgen, auf Wiederhören.  Monika guckt sich um. Die Wohnung ist leer. Nur in der Küche auf dem Boden steht der Korb mit den Banknoten. Die D-Mark Scheine sind einfach viel schöner als die Euro Scheine. Aber bald gibt es nur noch Euro. Sie hat Angst, dass sie vergisst wie die Scheine aussehen. Sie braucht eine Erinnerung an die D-Mark. Mit ihr hat sie ihr Glück gemacht. Morgen kommen die Anstreicher und tapezieren jedem Raum in einer
D-Mark-Schein Farbe und tapezieren ein paar Geldnoten an die Wand. Der Flur bekommt einen umlaufenden Streifen bläulichvioletter 10er Scheine in ca 1,50m Höhe. Carl Freidrich Gauß abwechselnd mit seinem Sextanten. Vincent hat sich für sein Zimmer den olivbraunen 50er Schein mit Balthasar Neumann ausgesucht. Er will später mal Architekt werden. Seine Schwester Jenny steht voll auf Clara Schumann und ihren Konzertflügel. Die rötlichblauen 100er sollen das Keybord einrahmen. Monika schwankt zwischen grünlichgelb der Bettina von Arnim auf dem 5er Schein und Annette von Droste-Hülshoff in Bläulichgrün auf dem 20er Schein. Sie hat sich für Bettina entschieden, Annette ziert das Bad, das direkt neben ihrem Zimmer liegt. So hat sie als schreibende Frau beide Kolleginnen ganz nah dabei. In der Küche gibt es in Rotpurpur Maria Sybille Merian mit ihrem Löwenzahn und der Raupe. Übergehend von der 500 in das Rotorange der 200er Scheine für das Eßzimmer. Paul Ehrlich und sein Miskroskop machen sich hier prima. Sie findet den 1000er fürs Wohnzimmer passend. Jeder sollte etwas vom Besten haben. Die rötlichbraune Farbe ist zwar dunkel, aber in ihrer Vorstellung könnte das Zimmer mit englischen Möbeln recht stilvoll aussehen.
Schon die dritte Wohnung die sie nach ihren Vorstellungen gestaltet hat. Bei der ersten war sie noch recht zurückhaltend gewesen. Da hatte eine Kunststudentin in jedem Zimmer auf die Wand ein berühmtes Bild der Kunstgeschichte gemalt – ein Matisse in der Küche, Seerosen im Schlafzimmer, Dürer im Bad und Mark Rothko im Arbeitszimmer… In der zweiten Wohnung wollte sie sich fühlen wie unter Wasser. Die ausschließlich blau gestrichenen Wände wechselten sich ab mit großen Aquarien. Auch in dieser Wohnung konnte sie es nicht so richtig aushalten. Wenn die D-Mark Bude fertig ist, wird sie in die Nähe von Sankt Petersburg fahren und sich die Rekonstruktion des Bernsteinzimmers anschauen. Eine reizvolle Idee, jedes Zimmer in einer andersfarbigen Edelsteinverkleidung. Sie wählt die Nummer des Reisebüros.

 

 

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